| Die Geschichte der SLV NRW |
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Die Schulleitungsvereinigung Nordrhein-Westfalen wurde am 8. März 1984 in Bielefeld-Sennestadt gegründet. Gründung der SLV NRW Die Gründung erfolgte dank der Initiative des Hauptschulrektors Friedrich-Wilhelm Nagel. Als Leiter der „Bielefelder Rektorenkonferenz“ waren ihm die stetig gestiegenen Anforderungen und die Nöte der Schulleitungen bestens vertraut. Lehrerverbände hatten damals zwar Arbeitsgruppen oder Referate für die unterschiedlichen Schulformen, auch für Hochschullehrer, ja auch für Schulräte, aber nicht für Schulleiterinnen und Schulleiter. Letztere wurden gemäß geltender Gesetzeslage, einschlägigem Verständnis in Gesellschaft und Politik auch dort als „Lehrer mit besonderen Aufgaben“ und als „primus inter pares“ gesehen.
Dieses Grundverständnis wurde aber durch die radikalen Reformen der 60er- und 70er-Jahre (Auflösung der Volksschuloberstufe, Gründung von Grund- und Hauptschule, Reform der gymnasialen Oberstufe, konsequente Akademisierung der Lehrerausausbildung, etc.) erheblich infragegestellt. Die Schulleitungen sahen sich immer mehr mit Management- und Führungsaufgaben konfrontiert, wurden durch erhebliche Veränderungen in Lehrerausbildung und -zuweisung, mit Personalführungsaufgaben und der Umsetzung der strukturellen Veränderungen der Schullandschaft gefordert. Der Vorgesetztenstatus ähnlich dem Bürovorsteher wurde immer fließender hin zu dem Status des Dienstvorgesetzten. Zugleich wurden neben den pädagogischen Fähigkeiten auch profunde Managementleistungen immer wichtiger. Keine Unterstützung in Politik und Öffentlichkeit für die immer deutlichere Belastung und die daraus resultierende notwendige Statusveränderung
Die Schulleiterinnen und Schulleiter empfanden sich damit weitgehend allein gelassen. Sie hatten keine hinreichende Ausbildung, konnten kaum Fortbildung erfahren, weil diese für Schulleitungen noch gar nicht (ernsthaft) konzipiert war. Eine informelle Umfrage in der Vorbereitungsphase vor Ort durch das Vorbereitungsteam um F.W. Nagel, aber auch Studien der Zeitschrift „Schulmanagement“ des Westermann-Verlages mit ihrem leitenden Redakteur Burkhard Hitz an der Spitze bestätigten auch für NRW, was sich in anderen Bundesländern bereits durch die Gründung von Schulleitervereinigungen (Bayern, Baden-Württemberg, Niedersachsen und Berlin) manifestiert hatte: Die Schulleitungen fühlten sich nicht genügend für ihre ureigensten Interessen, die mit dem Amt der Schulleitung zusammenhängen, vertreten und repräsentiert.
Unterstützung durch die bestehenden Verbände und durch Burkhard Hitz
(Westermann-Verlag, später SL-Verlag) Zur Vorgeschichte der Gründung einer Vereinigung von Schulleiterinnen und Schulleitern
F.-W. Nagel hatte durch akribische Vorgespräche und werbende Vorarbeiten, vorwiegend in Ostwestfalen-Lippe, eine größere Gruppe Schulleiterinnen und Schulleiter aller Schulformen interessiert und einige auch zur Mitarbeit gewonnen. Im Laufe des Jahres 1983 konkretisierten sich die Bemühungen zu der Zielsetzung, ein für ganz Nordrhein-Westfalen wirkendes Organ zu schaffen, das insbesondere die Interessen der Schulleitungen vertreten sollte. Dabei war es auch von Anfang an Ziel, eine Vereinigung von Schulleiterinnen und Schulleitern aller Schulformen aufzubauen. Hatten doch schon die Planungsarbeiten und vielfältigen Gespräche und Gedankenaustausche recht schnell gezeigt: Gründungszweck und satzungsgemäße Aufgaben der SLV NRW
Als Zweck beschreibt die Satzung im § 2 ganz schlicht, dass die SLV NW die Interessen der Schulleitungen (also auch der stellvertretenden Schulleiterinnen und Schulleiter), die im Zusammenhang mit den dienstlichen Tätigkeiten stehen, wahrnehmen will. Der schwierige Start – alle Aufgaben und Anforderungen überschlagen sich
Vorsitzender wurde Initiator Nagel, der sich mit dem Vorstand einer überschlagenden Fülle von Aufgaben gegenüber sah, die eigentlich alle sofort und vor allem ohne Startkapital erledigt werden mussten. Die notariellen und gerichtlichen Schreibarbeiten und Termine zur Anerkennung als „eingetragener Verein“ standen ebenso auf der Agenda wie die erste Fortbildungsveranstaltung oder Werbung für die eigene Sache, um vor allem größer und finanziell beweglicher zu werden. Drucksachen mussten erstellt werden, Vorstellungstermine bei Regierungspräsidien, beim Kultusministerium, bei Rektorenkonferenzen mussten erwirkt, vorbereitet und wahrgenommen werden. Sie kosteten mehr Zeit und Einsatz als vorhergesehen. Selbstredend hatten die Vorständler der ersten Stunde teilweise erhebliche finanzielle Außenstände, weil die ersten Einnahmen die Erstattung der Auslagen (noch) nicht erlaubte. So wurden auch Teilnahmen am ersten Bundeskongress in Bad Krozingen und bei Veranstaltungen der Niedersächsischen Schulleitervereinigung noch nicht abgerechnet. Aber sie führten zu wichtigen Kontakten mit äußerst nützlichen Anregungen und Hilfestellungen, ohne die das zarte Pflänzchen SLV NW nicht so trotzig gewachsen wäre. Ein besonderes Verdienst für Beratung und Hilfestellung kommt dem Redakteur von Schulmanagement (Westermann-Verlag) Burkhard Hitz zu, der zu mehreren Gesprächsrunden auf eigene Kosten nach Bielefeld reiste. Durch die Verbindung von redaktionellen Interessen und Beratungskompetenz zur Stärkung der in den meisten Bundesländern im Entstehen begriffenen Schulleitervereinigungen erwarb sich Burkhard Hitz das Ansehen, das zur ständigen Einladung der „Arbeitsgemeinschaft der Schulleiterverbände Deutschlands“ (ASD) führte. Konsolidierung in der zweiten Amtsperiode
Doch schon in der zweiten Wahlperiode (1986 – 1988) konsolidierte sich die SLV NW so gut, dass sie in den Verwaltungen und Behörden kompetente Gesprächspartner fand, an Profil gewann und auf der Ebene des ASD („Arbeitsgemeinschaft der Schulleiterverbände Deutschlands“, heute „Allgemeiner Schulleitungsverband Deutschlands“) kräftig mitarbeitete und Stellungnahmen und Grundsatzfragen mit konzipierte. Hatten im 1. Vorstand die Beisitzer den geschäftsführenden Vorstand mit Arbeiten von Fall zu Fall unterstützt, zeichnete sich im 2. Vorstand eine klare Kompetenznutzung und -zuteilung und damit eine bessere Arbeitsteilung im Vorstand ab, die sich bewährte. Mit Friedrich Mahlmann, dem späteren Vorsitzenden, gewann der Vorstand ein Mitglied mit großer Sprachkraft und eloquentem Moderationsgeschick, aber vor allem für ideenreiche Fortbildungsplanungen. Fritz Melchior brachte als Leiter einer Berufsschule hervorragende Kenntnisse für die Kassenführung mit, Dieter Meyer als Vertreter des Privatschulwesens und Joachim Jürgens als langjähriger Schulleiter einer Realschule mit viel Erfahrung im Umsetzen von „adaptierten Kompetenzen“ und „erworbenen“ Rechten brachten die notwendige Gelassenheit in den Vorstand, die viele Widerstände überwinden halfen. Zur Wahl 1990 trat dann ein selbstbewusster und vertauensvoll zusammenarbeitender Vorstand nahezu komplett zur Wiederwahl an. Rücktritte sind eine normale Sache, wenn sie aus privaten oder beruflichen Gründen, wie zum Beispiel Pensionierung, geschehen (vgl. dazu: Worte zum Abschied: …). Aus Gründen der mangelnden Zusammenarbeit oder wegen Dissonanzen über die Vereinsarbeit oder -ziele hat es bisher nicht gegeben. Das ist bis heute so geblieben. Die Zielsetzungen
einer schulformübergreifenden Schulleitervereinigung waren von Anfang klar: Konsequente und kontinuierliche Mitarbeit in der ASD
In Bad Krozingen fand 1984 auf Einladung des Vorsitzenden des Hessischen Schulleiterverbandes Dr. Sigualla (†) das zweite Treffen der bestehenden Schulleiterverbände Deutschlands statt. Es war ein reines Vorsitzendentreffen. Weil Nagel nicht allein angereist war (und auch alle anderen Treffen von den „Nordrhein-Westfalen“ aus Gründen der demokratischen und allgemeinen Sicherung gegen eventuelle Vorstandsveränderungen stets mit Begleiter anreisten), musste erst ein Weg für die Mitarbeit gefunden werden. Durch die Berichte über die unterschiedlichen Unterrichtsbelastungen in den verschiedenen Bundesländern (Lehrerwochenstunden und Unterrichtsentlastung) erkannten die Teilnehmer die Notwendigkeit, in kontinuierlicher Arbeit gemeinsame Interessen zu vertreten. Auch für die landeseigene Arbeit erwies sich die Kenntnis aus anderen Bundesländern rasch als sehr nützlich. In Bad Krozingen wurde die Arbeitsgemeinschaft der Schulleiterverbände Deutschlands aus der Taufe gehoben. Die Schulleitervertretungen entwickelten schnell eine vertrauensvolle Zusammenarbeit und erarbeiteten viele Statistiken und Übersichten zu Unterrichtsbelastungen, Wochenstunden, Besoldung, Beförderung, etc. Der Kenntnis- und Erkenntnisfluss innerhalb der Länderverbände stärkte die Arbeit vor Ort. Stärke durch Gemeinsamkeit
Zwei Beispiele: Internationale Erfahrungen und Einsichten einbeziehen
Seit Ende der 90er Jahre vertrat Dr. Burkhard Mielke konsequent und beharrlich die Ansicht, dass internationale Erfahrungen und Kenntnisse für die Weiterentwicklung der Interessenvertretung der nordrhein-westfälischen Schulleitungen und somit auch der deutschen wichtig und hilfreich seien. Dies geschah zunächst auch oft gegen den Widerstand vorschneller Verdächtigung eigener Interessen und vermuteter Reiselust. Insbesondere die Studien der internationalen Vergleiche (Timss und PISA) haben heute alle Kritiker verstummen lassen. Das persönliche Ansehen und Engagement des amtierenden SLV NRW-Vorsitzenden Dr. Burkhard Mielke führte dazu, dass er zum amtierenden Präsidenten der Europäischen Schulleitungsvereinigung (ESHA- European School-Heads Association) für die Jahre 2006 und 2007 gewählt wurde. Starke Schulleitungsverbände nötiger denn je
Das Bild eines Schulleiters als „primus inter pares“ ist tot. Dennoch geistert es in vielen Amtstuben der Kultusbürokratie und von Lehrerverbänden immer noch herum und streng vor sich hin. Obwohl viel erreicht wurde, ist die Entwicklung zu einem modernen Gesamtverständnis von Funktion, Aufgaben und notwendiger Ausstattungen in Status und Kompetenz der Schulleitungen hin zu einem pädagogischen Führungsamt mit eigener Ausbildung als pädagogischer Manager mit Dienstvorgesetzteneigenschaften noch nicht erreicht.
Die Übertragung immer neuer Aufgaben erzwingt eine neue Definition der Schulleitungsfunktion.
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